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Glücksspiele und ihr Suchtpotential

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Glücksspiele und ihr Suchtpotential

Im folgenden Überblick werden die bekanntesten Glücksspiele und ihr Suchtpotential näher beschrieben:

Geldspielgeräte in Lokalen und Spielhallen

Geldspielautomaten Bei dieser Form des Glücksspiels kann ein Gewinn auf Grund einer bestimmten Kombination von Symbolen erzielt werden. Die Spielabfolge ist sehr schnell und der Gewinn ist vollständig vom Zufall abhängig. Der Anreiz weiter zu spielen wird durch Beinahe- oder Fastgewinne bzw. Licht- und Toneffekte noch weiter erhöht. Normalerweise beträgt der geringste Einsatz hier 0,20 Euro, kann aber auf bis zu 25 Euro pro Spiel erhöht werden. Da Spielhallen bis zu 21 Stunden pro Tag geöffnet haben, ist das Suchtpotential auf Grund der hohen Verfügbarkeit sehr hoch.

Glücksspielautomaten in Casinos und Spielbanken

Spielautomaten Zu den bekanntesten Spielautomaten in Casinos und Spielbanken zählen die so genannten „einarmigen Banditen“, die oft räumlich getrennt von anderen Angeboten zu finden sind. Eine Alterskontrolle (Mindestalter 18 oder 21 Jahre) ist hier gesetzlich vorgeschrieben, des Weiteren wird überprüft, ob Spieler eventuell gesperrt sind. Unter den legalen Spielen besitzen die Automatenspiele das größte Suchtpotential. Gewinne werden durch eine bestimmte Symbolkombination ausgespielt, der Einsatz liegt dabei zwischen 0,50 Euro und 250 Euro pro Spiel. Auch hier trägt die rasche Spielabfolge erheblich zum Suchtpotential bei, die Wahrscheinlichkeit eines hohen Verlustes ist sehr groß.

Roulette und Kartenspiele in Spielbanken

Roulette Roulette und Kartenspiele wie Poker oder Black Jack zählen zu den traditionellen Casinospielen. Beim Roulette wird das Geld, das eingesetzt wird, in Jetons umgetauscht. Diese können dann auf die Farbe rot oder schwarz bzw. auf die Zahlen 0 bis 36 gesetzt werden. Der Mindesteinsatz liegt zwischen 1 Euro und 20 Euro, der Höchsteinsatz zwischen 7000 Euro und 21000 Euro. Da die Spieler hier aktiv miteinbezogen werden, ist das Suchtpotential sehr hoch.

Beim Black Jack und Poker ist das Spielergebnis zum Teil von der eigenen Spielfähigkeit abhängig, allerdings werden diese Fertigkeiten oft überschätzt, sodass auch hier hohe Verluste möglich sind. Der Mindesteinsatz liegt bei diesem Spiel zwischen 5 und 20 Euro, der höchste Einsatz zwischen 500 und 1000 Euro. Da man den Gewinn direkt erhält, ist das Suchtpotential sehr groß, ein zusätzlicher Reiz ist außerdem die spezielle Atmosphäre in Spielcasinos.

Online-Poker

online Poker Vor allem in den letzten Jahren ist die Popularität von Online-Poker stark gestiegen. Begünstigt wird die Sucht hier durch die leichte Verfügbarkeit, sowie durch die Möglichkeit der Kreditkartenzahlung, wodurch Spieler mögliche finanzielle Verluste ausblenden können. Das Gefährdungspotential steigt darüber hinaus durch das Alleinspielen, wodurch die soziale Kontrolle entfällt. In Deutschland ist Online-Poker generell verboten, nur in Schleswig-Holstein kann legal bei zugelassenen Anbietern aus diesem Bundesland gepokert werden.

Toto

Toto Beim Toto können aus 45 Fußballspielen sechs Paarungen gewählt werden, die laut der Spielenden unentschieden enden könnten. Eine andere Spielmöglichkeit ist die 13er Ergebniswette, wobei man tippt, wie 13 Spielpaarungen ausgehen könnten. Wie auch bei vielen anderen Sportwetten werden hier die eigenen Fähigkeiten sehr oft überschätzt, einen zusätzlichen Anreiz bietet der relativ geringe Einsatz von 0,65 Euro pro Tipp. Auf Grund dieser Punkte besteht aber auch hier die Gefahr eine Spielsucht zu entwickeln.

Sportwetten im Internet

Sportwetten im Internet Einen besonderen Anreiz bietet hier die leichte Erreichbarkeit, wodurch sehr unüberlegt und spontan Einsätze getätigt werden. Besonders kritisch sind auch Live-Wetten, da diese schnelle Entscheidungen erfordern und die Spieler ihren Wetteinsatz häufig nicht überdenken. Dadurch kann es zu einem problematischen Wettverhalten kommen, das die Entwicklung einer Sucht begünstigt.

Sportwetten in Wettbüros

Sportwetten im Wettbüro Ähnlich wie in Spielcasinos herrscht auch in Wettbüros eine eigene Atmosphäre. Die Spiele werden gemeinsam verfolgt und die Möglichkeit, Geld zu verlieren, verharmlost. Dadurch stellen Wettbüros für die Entwicklung einer Sucht eine große Gefahr dar.

Lotto 6 aus 49 und Eurojackpot

Lotto Ein eher geringes Suchtpotential hat Lotto 6 aus 49, ein beliebtes Glücksspiel, bei dem die Ziehungen zweimal pro Woche stattfinden, die Gewinnchancen aber relativ gering sind. Eine höhere Suchtgefahr besteht beim Eurojackpot, da hier die Chancen, einen kleinen Gewinn zu erzielen, höher sind als beim Lotto.

Rubbellose

Rubbellose Im Vergleich zu anderen harten Glücksspielen besitzen Rubbellose einen geringeren Spielanreiz, dürfen jedoch auf Grund der raschen Spielabfolge auch nicht unterschätzt werden.

Börsenspekulation und private Glücksspiele

Börsenspekulation Ein sehr hohes Suchtpotential besitzen privat organisierte Glücksspiele wie Poker oder Skat, die allerdings normalerweise illegal sind. Riskant sind auch Börsenspekulationen, obwohl sie generell nicht zu den Glücksspielen zählen, jedoch mit ihnen vergleichbar sind. Bei der Spekulation mit Aktien können sehr hohe Gewinne aber auch extreme Verluste erzielt werden. Die Gefahr besteht darin, dass Menschen Börsengeschäfte ohne ausreichende Informationen tätigen und oftmals dabei sehr viel Geld verlieren.

Computerspiele

Computerspiele Gemeinsam mit pathologischem Glücksspielen tritt in vielen Fällen auch exzessives Computerspielen auf, mit dem sich die Betroffenen Erleichterung und Ablenkung verschaffen. Häufig steigern sie sich dabei sehr extrem in die Spielabläufe hinein und verlieren die zeitliche Kontrolle. In Deutschland ist in den letzten Jahren ein starker Anstieg der Computerspielsucht zu verzeichnen. Sehr oft werden dabei Strategiespiele oder Rollenspiele wie „World of Warcraft“ gewählt, in denen man ein möglichst hohes Level erreichen möchte und sich auch mit den Rollen identifizieren kann. Veröffentlichungen in den letzten Jahren (Wölfling u. Müller 2008; Wildt et al. 2006) zeigen, dass vor allem Schüler und junge Erwachsene zunehmend ein Suchtverhalten in diesem Bereich entwickeln, was zur Vernachlässigung von Schulpflichten sowie zu massiver sozialer Isolation führt.