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Spielsucht und Glücksspielsucht - Hilfe bei der Suchtbekämpfung und Therapie

Spielsucht – Hilfe bei Glücksspielsucht

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Spielsucht – Hilfe bei Glücksspielsucht

Das Spielen gehört seit den Anfängen der Menschheit zu den grundlegenden Elementen der sozialen und individuellen Reifung. So entwickeln beispielsweise Kinder im Spielen ihre Kreativität und Selbständigkeit, für Erwachsene wiederum ist es eine Möglichkeit sich Distanz zum Alltag zu verschaffen. Im Gegensatz zu dieser zweckfreien Tätigkeit gibt es bei Glücksspielen einen äußeren Anreiz, das heißt, man spielt um Geld, mit dessen Einsatz eine gewisse Gewinnerwartung bzw. ein Verlustrisiko verbunden ist.

Was versteht man unter Spielsucht?

Spielsucht Die meisten Menschen sehen ein Glücksspiel als eine Form der Unterhaltung, andere wiederum verlieren die Kontrolle und weisen ein äußerst riskantes Konsumverhalten auf. In diesem Fall spricht man von „Pathologischem Spielverhalten“ (pathological gambling), ein Störungsbild, das auch in die internationalen Klassifikationssysteme psychischer Störungen (DSM-IV und ICD-10) aufgenommen wurde. Pathologische Spieler leiden unter einem unwiderstehlichen Verlangen zu spielen, wobei das Spielen nicht vernunftgesteuert und mäßig passiert, sondern von einem Kontrollverlust begleitet ist.

Wenn die Spielsucht den Alltag bestimmt

Dabei sollen entstandene Verluste wieder ausgeglichen werden und diese treibende Kraft beherrscht den Alltag der Süchtigen. Aus diesem Grund sagen sie berufliche Termine ab und halten Verabredungen nicht ein, nur um am Roulettetisch oder beim Automaten sitzen zu können. Nach verlustreichem Spiel folgt häufig das Bestreben ohne Glücksspiele zu leben, ohne fremde Hilfe scheitern diese Versuche jedoch nach wenigen Tagen oder Wochen. Begleitet werden diese Bestrebungen von Glaubenssätzen wie „Ich kann aufhören, wenn ich es wirklich will“, steht ihnen jedoch wieder ausreichend Geld zur Verfügung, so wird noch exzessiver gespielt. Da das Erleben während eines Spiels im Laufe der Zeit abstumpft, muss die „Dosis“ erhöht werden, sodass pathologische Spieler sehr häufig eine höhere Risikostufe wählen und noch mehr Geld einsetzen.

Was passiert, wenn finanzielle Mittel zur Glücksspielsucht fehlen?

Wenn die finanziellen Mittel zur Glücksspielsucht fehlen, so kommt es zu entzugsähnlichen Symptomen wie zum Beispiel Reizbarkeit und innerer Unruhe, Konzentrations- und Schlafstörungen, Depressionen, Appetitlosigkeit, Schweißausbrüchen sowie Magen- und Kopfschmerzen. Auf Dauer führt ein unkontrolliertes Spielverhalten zu enormen finanziellen Folgeschäden, sodass Kredite aufgenommen oder persönliche Anlagen verkauft werden müssen. Darüber hinaus setzen die Betroffenen sehr häufig auch ihren Beruf aufs Spiel, lügen und handeln gegen das Gesetz, um so zu Geld zu gelangen.


 

Pathologisches Spielen gehört, da dem Körper keine Substanzen zugeführt werden, zu den so genannten nichtsubstanzgebundenen Abhängigkeiten. Spielen hat jedoch eine ähnliche Wirkung wie die Einnahme von Amphetaminen oder Kokain. Das Hochgefühl wird durch die vermehrte Ausschüttung der Neurotransmitter Noradrenalin und Dopamin ausgelöst. Die biochemische Struktur lässt aber diese Veränderung nicht über einen längeren Zeitraum zu und stellt den ursprünglichen Zustand wieder her. Das Hochgefühl lässt nach und der Betroffene muss das Spielverhalten steigern, was auch als Toleranzsteigerung bezeichnet wird. Sucht bezeichnet demnach „ein unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand.

Glücksspielsucht Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung der Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und Chancen des Individuums.“ (Wanke 1985) Empirische Befunde zeigen außerdem ein sehr ähnliches Persönlichkeitsprofil bei Substanzabhängigen und pathologischen Spielern. Viele Spieler weisen darüber hinaus auch häufig eine weitere Abhängigkeit (Medikamente, Alkohol, Essstörungen) auf.

Persönlichkeits- und Angststörungen – die Folgen der Spielsucht

Neben der Substanzabhängigkeit konnten außerdem auch Persönlichkeits- und Angststörungen (Gambino et al. 1993), sowie familiäre Häufungen des pathologischen Glücksspielens (Gambino et al. 1993) in der Spielsucht gefunden werden. Komorbide Störungen können dabei das pathologische Spielen entweder auslösen oder begünstigen, auf der anderen Seite können solche Störungen aber auch die Folge des Spielens darstellen. Unter den Betroffenen befinden sich dabei zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen, allerdings suchen Frauen, die nur unter einer leichten Glücksspielsucht und Spielsucht leiden, sehr häufig auch keine Beratungsstellen auf.